Krank ist man ja immer irgendwie ...

... seien wir ehrlich: Vieles, was wir als 'krank' bezeichnen, spielt sich doch nur in unseren Köpfen ab. In Wirklichkeit könnten wir viel gesünder sein, wenn wir nicht dauernd glauben würden, wir hätten irgendwas.

Ich für meinen Teil habe heute einen kratzigen Hals, tränende Augen und seit Tagen eine laufende Nase. Bin ich deshalb schon krank? Ist es richtig, dass ich mir deshalb nachher bei der Apotheke Grippostad C holen will, um weiteren Eventualitäten vorzubeugen? Ich könnte meinen Prinzipien folgen, es meinen Körper rausfinden zu lassen, ob er von alleine wieder fit wird.
Nun ja. In einem meiner Lieblingsfilme wird der Zusammenhang zwischen Prinzipien und realen Individualitäten deutlich gemacht. Der Hauptcharakter sagt:
"Ich bin ein Vater. Ich kann mir Prinzipien nicht leisten."
In diesem Sinne könnte wohl auch ich sagen:
"Ich bin ein Auszubildender und Lebenspartner. Ich kann mir nicht alle Prinzipien leisten."
Bestimmte Prinzipien können losgelöst sein von allem, was einem im Alltag begegnet. Doch geht es bei der Umsetzung diverser Prinzipien um die Vernachlässigung von Mitmenschen, die über einem stehen (Ausbildungsverhältnis) oder für die man stark sein möchte/muss (Partner/Familie), dann werden diese Prinzipien schnell in ein ganz anderes Licht gerückt.

Mein PC ist auch erkrankt. Er hat eindeutige Symptome eines Trojaners, wurde mir gesagt. Doch statt ihn 'behandeln' zu lassen, nutze ich ihn einfach weiter, wenn auch eingeschränkter als vorher. Beim Computer mache ich es richtig, denke ich. Ich kann nicht warten, bis das System neu aufgesetzt wird. Ich brauche seine Dienste jetzt, aber ich lebe damit, dass seine Dienste eingeschränkter sind. Wenn sich irgendwann die Gelegenheit bietet, ihn generalüberholen zu lassen, dann werde ich das tun lassen. Aber solange lebe ich mit ihm, wie er ist.
Wenn ich das mit meinem Körper genauso tun könnte, wäre ich glücklich. Vielleicht. Aber trotzdem - oder gerade deswegen - freue ich mich auf meine Grippostad C, wenn ich sie nachher in Händen halte. Denn ich bin Azubi und Lebenspartner. Ich kann mir kranksein nicht leisten.

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